Schulpäd-Stex

Teil C - Bilden und Erziehen in Schule und Unterricht

Erläutere wissenschaftliche Erkenntnisse zu Zurückstellungen uind Sitzenbleiben

Zurückstellungen:
Viele Menschen sind noch der Ansicht,
"dass ein weiteres Jahr in der Kita Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder mit Behinderungen eher fördert als die altersgerechte Einschulung in eine flexible Schulanfangsphase, die sich auf jedes Kind einlässt." (Liebers, 2011)
 
Einer großen amerikanischen Vergleichsstudie zufolge ist die gemeinsame Grundschule für die "Risikokinder" in Bezug auf Lese- und mathematische Fähigkeiten lernförderlicher als ein Verbleib in der Kita. Zurückgestellte Kinder hätten mehr gelernt, wenn sie eingeschult worden wären. (Hong & Raudenbush, 2005)
 
--> Es sollten also alle Kinder, unabhängig von ihrer psychosozialen, physischen oder kognitiven Entwicklung, in die Grundschule aufgenommen werden; auf Zurückstellungen sollte verzichtet werden!
 
 
Sitzenbleiben
• In der Grundschule bleiben Kinder aus Migrantenfamilien, auch bei Kontrolle der Sozialschicht, dreimal häufiger sitzen als Kinder aus herkunftsdeutschen Familien; und Jungen häufiger als Mädchen (Schümer, Tillmann & Weiß, 2002).

• Sitzenbleiben wird auf der Grundlage der PISA-Daten sogar als „Vergeudung der Lebenszeit von Jugendlichen“ tituliert, denn „die Schüler werden, von Ausnahmen abgesehen, nicht schlauer, sondern nur älter“ (Prenzel, 2005).

• „Studien zeigen, dass Schüler mit Lernproblemen, die trotzdem versetzt werden, am Ende bessere Leistungen erzielen als Sitzenbleiber“ (Prenzel, 2011). Das gilt auch für Kinder mit Lernproblemen im gemeinsamen Unterricht.  

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