Internationales Privatrecht 1. Examen Karteikarten
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IPR

Aufbau der Kollisionsnorm

  • Kollisionsnormen sind Verweisungsregeln, die die Rechtsordnung bestimmen, deren Vorschriften auf einen Sachverhalt zur Anwendung kommen sollen (=/= Sachnorm).
  • 1) Tatbestand
    • a) Anknüpfungsgegenstand
      • Der Regelungsgegenstand.
      • (+) Materiell-rechtlich geprägter Systembegriff, z.B. Ehe, Rechtsgeschäft, Vertrag, Rechtsnachfolge von Todes wegen.
    • b) Anknüpfungsmoment 
      • (+) z.B. Staatsangehörigkeit, gewöhnlichen Aufenthalt, Gelegenheit der Sache, Handlungsort, Parteiwille.
  • 2) Rechtsfolge
    • Anwendbarkeit einer bestimmten Rechtsordnung.
    • a) Sachnormverweisung
      • Verweisung unmittelbar auf die Sachnormen der berufenen Rechtsordnung (unbedingte Verweisung).
      • (+) Gesetzlicher Regelfall für europäisches Kollisionsrecht (Art. 20 Rom I-VO, Art. 24 Rom II-VO).
      • Ausnahme: Art. 34 EuErbVO.
    • b) Gesamtverweisung
      • Verweisung auch auf die Kollisionsnormen der berufenen Rechtsordnung (bedingte Verweisung).
      • (+) Gesetzlicher Regelfall für autonomes deutsches Kollisionsrecht (Art. 4 I 1 EGBGB); zahlreiche Ausnahmen.