Verwaltungsprozessrecht 1. Examen Karteikarten
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Übergreifende Themen, Probleme

P: Ist das Nachschieben von Gründen bei Ermessens-VA zulässig?
 
Bei gebundenem VA immer möglich, da Gericht Sachverhalt v.A.w. ermittelt (§ 86 I 1 VwGO).

  • 1) "P": Ermächtigungsgrundlage für den Nachschub?
    • (-) § 114 S. 2 VwGO, da mangels Kompetenz des Bundesgesetzgebers nur prozessuale Seite, vgl. Art. 74 I Nr. 1 GG (Systematik).
    • (-) § 45 I Nr. 2 VwVfG betrifft formelle Fehler (Systematik). 
    • Daher: Ermächtigungsgrundlage des ursprünglichen VA.
  • 2) Voraussetzungen
    • Grundsätzliche Anerkennung durch den Gesetzgeber (arg. e § 114 S. 2 VwGO), sodass zulässig, wenn die Gründe schon bei Erlass des Widerspruchsbescheids vorlagen, der VA nicht in seinem Wesen verändert und der Betroffene nicht in seiner Rechtsverteidigung beeinträchtigt wird.
    • (-) Erwägungen lagen erst nach Erlass des WB vor, da Änderung der Sach- und Rechtslage.
    • (-) Erstmalige Ermessensausübung (= Ermessensnichtgebrauch), da Wortlaut "ergänzen" fordert (Wortlaut).
    • (-) VA wird in seinem Wesen verändert, entspricht einem Neuerlass (Wertung).
    • Beachte: Vor Erlass des WB keine Grenzen für das Ändern von Ermessenserwägungen.