Kognitions- und Emotionspsychologie II

Kapitel 9

9.3 Auditiver Sinn und Gedächtnis
 
Rückwärtsmaskierung

Rückwärtsmaskierung ("backward masking"):
objektive Methode, die Spurdauer im Echospeicher zu ermitteln
 
Vorgehensweise:
Vpn wird ein Testreiz dargeboten (zB hoher/tiefer Ton) → kurzer zeitl. Abstand → Maskierreiz
Aufgabe Vpn: Angabe, ob Testreizton hoch oder tief
 
⇒ Durch die Variation des zeitl. Intervalls zwischen Test- und Maskierreiz kann man ermitteln, ab welchem Intervall die Unterscheidung des Testreizes nicht länger durch den Maskierreiz gemindert wird.
 
Ergebnisse:
  • Maskierreiz folgt schnell auf Testreiz: Aufgabe schwierig und die Fehlerraten bei Tonhöhenunterscheidung des Testreizes hoch
  • Intervalle ab ca 250 ms:
    Tonhöhe des Testreizes kann gut unterschieden werden.
 
Minimales Intervall einer optimalen Unterscheidungsleistung wird zur Schätzung der Dauer verwendet, für die die Spur des proximalen Reizes im Echospeicher verfügbar & daher durch den Maskierreiz beeinflussbar war!
 
Interpretation:
Unklar, ob..
  •  die Intervalle durch die Dauer der Repräsentation des Testreizes im sensorischen Speicher bedingt sind, oder...
  • ob diese Intervalle anzeigen, wie viel Zeit die Vpn benötigt um einen Reiz zu unterscheiden
 
Die bei spontanen Gedächtnistest höher geschätzten Behaltenszeiten könnten nach dieser Auffassung die tatsächliche Behaltensdauer des Echospeichers widerspiegeln

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