Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

3/2 Inhaltstheorien

die Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg et al.

Herzberg et al. (1959) entwickelten die Zwei-Faktoren-Theorie: Zufriedenheit und Unzufriedenheit werden von je zwei unterschiedlichen Faktorengruppen beeinflusst.

  • Motivatoren (satisfiers) bewirken Zufriedenheit.
    Hängen mit dem Inhalt der Arbeit zusammen und werden auch ‚Kontentfaktoren’ genannt. Etwa Anerkennung, Tätigkeit selbst, Verantwortung, Weiterentwicklung, Aufstiegsmöglichkeiten wirken intrinsisch motivierend.
    → praktische Konsequenz: Motivation wird mit der Möglichkeit nach persönlichem Wachstum und dem Bedürfnis nach ständiger Weiterentwicklung verbunden.

  • Hygienefaktoren (dissatisfiers) können Unzufriedenheit auslösen, nicht aber Zufriedenheit bewirken.
    Sie beziehen sich auf die Arbeitsumgebung, werden daher ‚Kontextfaktoren’ genannt.
    Bezahlung, Führungsstil, Status, Arbeitsumgebung, Kollegen, Unternehmenspolitik.

Im Falle, dass alle diese extrinsischen Aspekte hinlänglich gut ausgeprägt sind, entsteht allerdings keine Zufriedenheit, sondern ein neutraler Erlebniszustand, der als Nicht- Unzufriedenheit bezeichnet wird.
Günstige Hygiene-Faktoren machen also nicht glücklich,sie machen „nur“ nicht unglücklich. Dieser Ansatz erklärt auch, warum zu niedrige Löhne unglücklich machen, man die Motivation und die Zufriedenheit von Angestellten aber nicht über das Gehalt unbegrenzt steigern kann.

Management kann MA eigentlich nicht motivieren, aber es kann eine Arbeitsumgebung und Arbeitsbedingungen schaffen, die es Arbeitenden erlauben, sich selbst zu motivieren.

Der hauptsächliche Beitrag der Zwei-Faktoren-Theorie liegt darin, das Augenmerk auf Arbeitsbedingungen und Arbeitsgestaltung gelenkt zu haben.

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