Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

3/3 Prozesstheorien

Prädezisionale Phase - Wählen: Erwartungs-mal-Wert-Theorien 

Die Auswahl einer Handlungsalternative, oft die ‚Qual der Wahl’, wird in der A&O Psychologie zumeist anhand der Erwartungs-mal-Wert-Theorien modelliert, die davon ausgehen, dass eine Person die Alternative wählt, die ihr am liebsten ist.
Dahinter steht eine Grundannahme der Ökonomie: das Nutzenmaximierungsmodell

Person wählt aus einem Set von Alternativen jene aus, die am attraktivsten ist, den höchsten Gewinn bringt (= Attraktivität A)
 A ist jene Alternative, bei der das Produkt der Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses (= Ergebnis E)  
→ und der Wertschätzung des Ergebnisses (= Wert W) am höchsten ist
 
FORMEL: A = E x W 
 
Begriffserklärungen:
  • Wert: Nutzen / Gewinn; Wert eines Objekts ist durch die Folgen & die dadurch vermittelten Gefühle d. Lust od. Unlust definiert 
    → weil Wert oft unklar definiert ist (kann sich auf Handlungsziele & Handlungssteuerung beziehen) wird oft von der Valens eines Ergebnisses gesprochen 
  • Erwartung: subjektive Einschätzung d. Zusammenhangs zw. Handlung & Ziel 
    → Mittel-Zweck-Bezug oder subj. Einschätzung d. Wahrscheinlichkeit mit der eine Handlung zum Ziel führt 
  • multiplikative Verknüpfung E x W: =hedonistisches Prinzip der Nutzenmaximierung 
    → Ziel mit hohem Wert, das auch erreichbar ist, ist besonders attraktiv 
    → auf wertvolles Ziel kann aber auch verzichtet werden, wenn Wahrscheinlichkeit es zu erreichen gering ist 
 
⇒ Max. Risiko → Max. Stolz

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