Kirchler: Arbeits- & Organisationspsychologie

3/3 Prozesstheorien

Präaktionale Phase: Theorie der Zielsetzung - Einführung 

Die präaktionale Volitionsphase beschäftigt sich mit der Intensität der Handlungrealisierung, mit Volitions- bzw. Willensprozessen.
 
Zielsetzungstheorie von Latham & Locke (1991)
basiert auf der Annahme, dass Ziele motivierend wirken. Ziele beeinflussen das Handlungsverhalten positiv, weil sie die Aufmerksamkeit auf handlungsrelevante Information lenken und Anstrengung und Ausdauer regulieren.
 
→ Grundlegende Aussagen der Theorie:
  • schwierige, herausfordernde, aber erreichbare Ziele zu besseren Leistungen führen als mittlere oder leicht zu erreichende Ziele & dass
  • herausfordernde, präzise, spezifische Ziele ebenfalls bessere Leistungen garantieren als allgemeine, vage Ziele, wie etwa die Forderung, das Beste zu geben 
 
→ Annahme wurde in unterschiedlichen Kontexten untersucht → viele Moderatorvariablen & Wirkmechanismen gefunden 
 
 
→ der Wille, die Anstrengung / Volation ein Ziel zu erreichen, steigt mit der Schwierigkeit, das Ziel zu erreichen (Gegensatz zu Atkinson Theorie der Risikowahl bei der Aufgaben mittlerer Schwierigkeit bevorzugt werden)
ABER: Atkinson spricht von Wahl der Aufgaben - Zielsetzungstheorie meint nicht die Wahl einer Alternative, sondern die Anstrengung & Ausdauer einer Person, wenn sie bereits eine Alternative gewählt hat 
 
→ spezifische & herausfordernde Ziele führen zu höherer Anstrengung & Leistung 
 
Diese zentrale Aussage der Theorie dürfte eine der empirisch am klarsten bestätigten Hypothesen der A&O Psychologie sein.

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