MM5 - Bildung

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Kernannahmen & wissenschaftliche Fundierung v. Prävention 

KERNANNAHMEN
  • keine einheitliche Theorie
  • grundlegend: Prävention geht vor Therapie

  • 2 inhaltliche Bezugspunkte: 1) Orientierung an menschlichen Entwicklungsverläufen; 2) Orientierung an Risikomodellen der Entwicklung

 
1. menschliche Entwicklungsverläufe:
- präventive Maßnahmen: untrennbar mit ontogenetischer Betrachtung menschlicher Probleme & Störungen verknüpft
- enge Verbindung mit grundsätzlicher Beeinflussbarkeit menschlicher Entwicklungsverläufe
- Präventionsmaßnahmen beruhen auf relativ zuverlässigen Prognose von Entwicklungsverläufen
->
Prävention handelt in Bezug auf ein noch nicht vorhandenes Problem
- Daten zur Häufigkeit eines Problems müssen durch Angaben zu dessen Stabilität im Entwicklungsverlauf & ggf. auch zur sukzessiven Verschärfung oder zur Negativdynamik von Entwicklungsverläufen ergänzt werden
 
2. Risikomodelle der Entwicklung
- aus Entwicklungspsychopathologie
- Risikofaktoren können personaler / sozialer Natur sein ->häufig Ausgangspunkt für Gestaltung + Ziele von Präventionsmaßnahmen
- reine Orientierung an Risikofaktoren ungünstig (Multi-/Äquifinalität)
Anzahl von Risikofaktoren ist besserer Prädiktor für spätere Fehlentwicklungen als Art des Risikofaktors
- Kompensation von Risiken wird nicht berücksichtigt
-> salutogenetische Komponente
 
WISSENSCHAFTLICHE FUNDIERUNG
Evaluation von Interventionsmaßnahmen umfasst:
  • efficacy: nachgewiesene Wirksamkeit in methodisch hochwertigen Untersuchungen von mindestens 2 unabhängigen Forschungsgruppen durchgeführt 

  • effectiveness: nachgewiesene Wirksamkeit unter praktisch repräsentativen Rahmenbedingungen

  • dissemination: Überlegungen & Maßnahmen zur Verbreitung + Implementation der Programme in soziale Versorgungssysteme

 
wichtigste Wirksamkeitsfaktoren
  • Art & Inhalt der Erfolgskriterien: vor allem bei unmittelbaren Erfolgskriterien
  • Art der Zielgruppe: oft höher bei gezielter Prävention
  • theoretische Ausrichtung: interaktiv, kognitiv-behavioral besser als reine Info
  • Administration der Programme: Programmautoren besser als psycho-soziales Fachpersonal

ABER: Langzeiteffekte oft spärlich überprüft 

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