MM5 - Bildung

3481

Modelle & Theorien zur Evaluation von Intervention

(Kirkpatrick, Hager & Hasselhorn)

1) Ebenen der Evaluation (Kirkpatrick, 1998)

  1. Reaktion (= Zufriedenheit & Akzeptanz der Teilnehmer mit der Maßnahme)
  2. Lernen (Zugewinn an Wissen + Fertigkeiten, Veränderung von Einstellungen)
  3. Verhalten (= tatsächliche Veränderung im Verhalten -> Transfer von Wissen + Fertigkeiten in reale Alltagsbedingungen)
  4. Ergebnisse (= Erfassung von Ergebnissen / Veränderungen auf Ebene der Organisation / des Systems)

2) Modell zur Erprobung & Evaluation von umfassenden Förderprogrammen (Hager & Hasselhorn, 1995) 

  • inkludiert neben einer isolierten & globalen auch vergleichende + analytische Evaluation, die sich auf die Prüfung einzelner Bausteine & Vergleich mit Konkurrenzprodukten bezieht
  • elf Schritte der Evaluation
  1. trainingsnahe Performanzsteigerung (fakultativ)
    = prüft Verbesserung unter geringem oder keinem Aufgabentransfer
  2. Performanzsteigerung trainingsferner Variablen (obligatorisch)
    Erfassung mit Testaufgaben, die unähnlich zu Trainingsaufgaben sind
    -> naher Aufgabentransfer
    Performanz bezieht sich auf aktuelle Leistung, die auf Übungseffekte zurückzuführen ist
  3. Kompetenzverbesserung (für trainingsferne AV obligatorisch)
    Kompetenz = individuelles Leistungspotential
    Messung längerfristiger Effekte
    -> Stabilität über 3-6 Monate
  4. Vergleich mit Konkurrenzprodukten (fakultativ, aber empfehlenswert)
  5. weiter Transfer auf verwandte Bereiche (fakultativ)
    -> bezieht sich auf Leistungsaspekte, die der zu trainierenden Fertigkeit nahe verwandt sind
    -> solcher Transfer bei sehr speziell trainierten Fähigkeiten eher unwahrscheinlich
  6. Ausbleiben von Transfer auf nicht verwandte Bereiche (fakultativ)
    = Ausschluss von unerwünschtem Transfer
  7. Transfer in den Alltag (obligatorisch)
    z. B. durch Verhaltensbeobachtung + Lerntagebücher (= Wirksamkeit d. Intervention)
  8. Trainingswirkung in Abhängigkeit von Persönlichkeitsvariablen (fakultativ)
    = Einfluss auf PM wie bei VIP-Modell
  9. Analyse der Wirkmechanismen (Forschung obligatorisch, praktisch fakultativ)
    = Interventionseffekte
  10. vertiefende Fragestellungen (fakultativ)
    z.B. Störfaktoren
  11. Metaevaluation (obligatorisch)
    zusammenfassende Bewertung 
    bezieht sich auf jeden durchgeführten Schritt
    Modifikation & Optimierung d. I.

Diskussion