MM5 - Bildung

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Effekte der Maßnahmen zur Umsetzung d. Lehrfunktion auf Mikroebene:
Motivation + Information

1. Lehrfunktion Motivation
  • Strategien für motivierenden Beginn einer Unterrichtsstunde
    • Aufrufen eines Problems ohne offenkundige Lösung
    • Erzeugen eines kognitiven Konflikts
    • Herstellung eines persönlichen Bezugs zum Lehrstoff
  • Motivierungshilfen: Anerkennung, Lob, Tokens 
  • Schaffung einer positiven Lernatmosphäre mit Verstärkung / Vermeidung von Bestrafung
  • Lern- und Leistungsmotivation lässt sich trainieren

-> Ziele des Trainingsprogramms zur Förderung des Lern- & Leistungsmotivs nach Fries (2002)
  • realistische Anspruchsniveausetzung, d. h. persönliche Leistungsziele, die erreichbar sind

  • erfolgszuversichtliche Attributionsmuster (Erfolg = eigene Fähigkeit, Misserfolg = mangelnde Anstrengung)

  • positive Selbstbewertungsbilanz, d. h. Freude über Erfolg sollte größer sein als Ärger über Misserfolg

 
2. Lehrfunktion Information
  • Maßnahmen
    • Lenkung der Aufmerksamkeit der Lernenden
    • Gestaltung des Lehrmaterials
    • effektive Klassenführung = classroom management
  • Einsatz vorstrukturierter Lernhilfen = advance organizer
    • Advance Organizer = spezifische Form des Überblicks; begriffliches Grundgerüst für das, was im Unterricht behandelt werden soll. An Vorwissen der Lernenden kann angeknüpft werden
    • beeinflussen Lernerfolg positiv, aber Effekt gering
    • kommt insbesondere Lernenden mit geringem Vorwissen zugute
  • vor Unterrichtseinheit jeweilige Lernziele angeben & erläutern
    ABER: Zielangaben lenken Aufmerksamkeit auf das, was gelernt werden soll + Aufmerksamkeit weg von dem, was nicht genannt wurde
    • fördern intentionales Lernen, behindern inzidentelles (beiläufiges) Lernen

    • mittlere Effekte in beiden Richtungen

    • generell lernmotivierende Wirkungen scheinen Zielvorgaben nicht zu haben

 
Cognitive Load Theory
  • Verarbeitung von Infos geschieht primär im Arbeitsgedächtnis + belastet AG (cognitive load)
    -> verschiedene Prozesse konkurrieren um begrenzte AG-Kapazität

    • intrinsic load: Lehrstoff selbst

    • extraneous load: ungünstige Präsentation

    • germane load: verstehens- & lernrelevante Belastung

    • wenn intrinsic + extraneous load hoch sind, dann bleibt wenig Platz für germane load

    • extraneous load muss so verringert werden, dass bei gegebenem intrinsic load genügend Platz für germane load bleibt

  •   Empfehlungen auf Grundlage der CLT

    • klare und deutliche Sprache

    • leichte Lesbarkeit von Tafel / Folien

    • Vermeidung irrelevanter Präsentationseffekte

    • Kombination Bild + (möglichst gesprochenem) Text
      (Bild OO gesprochener Text = Modality-Effekt; Bild OO Text = Multimedia-Effekt)

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