MM5 - Bildung

3481

Methodische Herausforderungen makroebenenanalytischer Betrachtungen

Allgemein, DIF

  • UV + AV werden auf Makroebene häufig durch Aggregieren von Merkmalen der Mikro- bzw. Mesoebene erzeugt
    • Bedeutung von Individualdaten kann sich je nach Ebene unterscheiden
    • je besser sich Schüler eines Landes insgesamt einschätzen, desto schlechter sind mittlere Leistungen
      • Effekt lässt sich auf kulturell geprägtes Anspruchsniveau zurückführen
      • in Nationen mit hohem Anspruchsniveau sind Leistungen besser + Selbstbeurteilungen kritischer
  • Bei TIMMS: potentielle Erklärungsmerkmale
    -> auf nationaler Ebene aggregiert = Indikator für gesellschaftliche Werte
    • Eigene Leistungseinschätzung (+)
    • Verantwortung abschieben auf Eltern (-)
    • Glück (-)
    • Im Rahmen von TIMSS / PISA wurde ermittelt, ob Aufgaben mit hohem DIF- Parameter sich durch bestimmte Anforderungsmerkmale auszeichnen. Solche Anforderungsmerkmale stellen dann offenbar Stärken bzw. Schwächen des Landes dar


Differenzielle Itemfunktionen (DIF) 

Analyse von DIFs = Schwierigkeit einer Testaufgabe (z. B. im Rasch- Modell ermittelt) in 3 Komponenten zerlegt 

  1. spezifischer Wert der Aufgabe, der die relative Leichtigkeit / Schwierigkeit der Aufgabe im Vergleich zu Aufgaben des gleichen Typs beschreibt
  2. landesspezifische Komponente, die (für alle Aufgaben gleich) ausdrückt, inwieweit Items dieses Tests im Land generell leichter / schwerer sind als in den Vergleichsländern
  3. Effekt der Interaktion zwischen Land x Aufgabe, der wiederspiegelt, ob Schüler in einem bestimmten Land bei bestimmten Aufgabe überdurchschnittlich gut / schlecht abgeschnitten haben = DIF-Parameter

Vorteile

  • ermöglicht Leistungsprofile der Länder intensiver zu untersuchen + Merkmale zu identifizieren, die solche Profile verursachen
    • z. B. Abdeckung der Inhalte durch Fachcurriculum oder curriculare Schwerpunkte
    • Opportunity to learn hat sich als wichtiger Faktor zur Erklärung von Leistungsprofilen erwiesen
    • auch Einflüsse der Unterrichtskultur, z. B. die in einer Kultur verbreiteten Formen des Lehrens und Lernens
  • hohe DIFs werden üblicherweise als Problem behandelt, weil sie anzeigen, dass Items in unterschiedlichen Ländern unterschiedliches messen
    • Items mit hohen DIFs für einzelne Länder werden meist im Vorfeld aus dem Test genommen, da dieser sonst nicht modellkonform bzw. fair für Länder ist

Diskussion