Sozialstruktur und Gesellschaftsvergleich

Erklärungen sozialer Ungleichheit II

Diskriminierungstheorien

  • Diskriminierungspräferenz (Becker)
    • Annahme 6 wird aufgegeben (Indifferenz ggü. Tauschpartnern): Die Benachteiligung einer sozialen Gruppe ist aufgrund von Vorurteilen intendiert - trotz eigener ökonomischer Nachteile!
  • Statistische Diskriminierung (Phelps)
    • Annahme 3 wird aufgegeben (vollständige Information)
    • Arbeitgeber sind nicht vollständig informiert und bewerten diese auf Basis von Stereotypen (z.B. durchschnittliche Produktivität der Gruppe)
  • Radikale Theorie der Diskriminierung
    • Arbeitgeber spaltet Belegschaft in Segmente mit unterschiedlichem Lohn, um Anreize zu kollektivem Handeln zu mindern ("Teile und Herrsche" -> Nähe zur Effizienzlohntheorie)
  • Institutionelle Diskriminierung (Gomolla)
    • Die bisherigen Theorien gehen von einem individuellen Diskriminierenden aus ("differential treatment")
    • Von institutioneller Diskriminierung spricht man, wenn eine offiziell neutrale Regelung Personen aufgrund von Gruppenmerkmalen ungleich betrifft ("disparate impact").
  • Beispiele:
    • Grundschulwahl nach dem Wohnortprinzip (bei ungleicher Schulqualität)
    • Hochsprache als offizielle Unterrichtssprache (bei ungleicher sprachlicher Sozialisation)
    • Spezialfall: Offene institutionelle Diskriminierung (z.B. Apartheid)

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