VU Gesundheitspsychologie

5. Soziale Unterstützung und Gesundheit

Soziale Unterstützung & die Gesundheitsverhaltensperspektive - Soziale Regulation 

Soziale Regulation:
Es kann auch sein, dass Bezugsgruppen Normen und Vorschriften darüber vermitteln, wie man sich in gesundheitlicher Hinsicht verhalten sollte

→ Dies kann durch qualitative Unterstützungsaspekte, z.B. instrumenteller Art via Rat, Hilfe oder Informationen, oder durch Charakteristika des Netzwerks flankiert werden (beispielsweise gelingt das Abstinentbleiben bei Ex-Rauchern besser, wenn ihr Netzwerk vorwiegend aus Nichtrauchern besteht).


Studie: 
Männer, die ihre Partnerin verlieren, erfahren eine signifikante Erhöhung ihres Mortalitätsrisikos.
→ Netzwerk- oder Integrationseffekt.
→ Dieser Effekt wird zum Teil dadurch erklärt, dass die Partnerin als soziales Regulativ die Ausführung des gesundheitsrelevanten Verhaltens eingefordert, erleichtert oder ermöglicht hat, was nach ihrem Ableben nicht mehr der Fall ist.

„Einfordern, erleichtern, oder ermöglichen“ könnte beispielsweise aus folgenden Maßnahmen bestehen: Sanktionierung des Konsums ungesunder Lebensmittel, Erinnerung an regelmäßige Arztbesuche, Drängen auf regelmäßige Medikamenteneinnahme, falls notwendig, Drängen auf körperliche Aktivität etc.

Wichtig: Einfordern von gesundem Verhalten in Paarbeziehungen ist oft mit qualitativen Unterstützungsaspekten konfundiert.
So obliegt den Frauen wohl neben der Regulativrolle, wie anzunehmen ist, auch die Organisation gesundheitsrelevanter Verhaltensaspekte, d. h. „flankierende“ unterstützende Maßnahmen:
z.B. das Zubereiten einer ausgewogenen Diät, regelmäßige Erinnerung an anstehende Arztbesuche, Aufrecherhaltung der Basishygiene

In einer längsschnittlichen Studie gaben vormals verheiratete Männer, im Gegensatz zu Frauen, eher an, in ihrem Gesundheitsverhalten von ihren  Partnerinnen reguliert worden zu sein. Nach Scheidung vom Partner oder Tod des Partners konnten bei Männern größere Einschnitte täglicher, gesundheitsrelevanter Routinen beobachtet werden als bei Frauen 

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