VU Gesundheitspsychologie

5. Soziale Unterstützung und Gesundheit

Soziale Unterstützung & Raucherentwöhung - Stadienspezifische Unterstützung 

 S. Cohen et al.: unterscheiden vier Stadien in der Veränderung des Rauchverhaltens:
  • die Entscheidung zur Veränderung
  • die Entwöhnung
  • die frühe Abstinenz
  • die spätere Abstinenz.
 
Angehende Nichtraucher profitieren laut der Autoren in unterschiedlichen Stadien von unterschiedlichen Formen des sozialen Rückhalts:

  • Entscheidung zum Rauchstopp: motivierende Unterstützung hilfreich,
  • Entwöhnung und früher Abstinenz: alle Formen von Unterstützung, da diese Phasen die meisten Ressourcen erfordern.
  • späte Abstinenz: angehende Nichtraucher sollten rauchende Netzwerkmitglieder eher meiden, um die „Ansteckungs-“ und damit die Rückfallgefahr zu minimieren.


Empirische Befunde:
stützen die Stadientheorie nur mäßig
→ Alle drei Arten des sozialen Rückhalts scheinen mit dem Rauchstopp verbunden: 

  • soziale Integration, d. h. Nichtraucherstatus der Freunde,
  • wahrgenommene Unterstützung, also der (meistens) stresspuffernde Rückhalt
  • erhaltene Unterstützung, wie etwa positive Verstärkungen des Handelnden.
 
Schwarzer (2004): sozialer Rückhalt ist nur ein Einflussfaktor unter vielen ist und ihm kommt keineswegs eine Schlüsselrolle zu! (zeigt sich auch in Befunden systematischer Interventionsstudien)
Wirkung von Unterstützungsverhalten bei Rauchabstinenz hält meistens nicht lange vor.

Carlson et al.: Raucher wurden mit und ohne Unterstützungspersonen (die auch am Programm teilnahmen) im Rahmen eines Raucherentwöhnungsprogramms geschult.
Personen, die von einem Unterstützer begleitet wurden, hörten in einem Zeitraum von zwölf Monaten eher mit dem Rauchen auf und blieben abstinent als solche, die keinen Unterstützer an ihrer Seite hatten.
  •  Frauen: profitierten vor allem kurz nach der Intervention (drei Monate nach der Schulung) von ihrer Unterstützung, fingen nach zwölf Monaten aber in der Regel wieder zu rauchen.
  • Männer:  protektiver Effekt von Unterstützung hielt auch noch nach einem Jahr an, die Abstinenzraten (zwischen 50 und 60 %) in den Unterstützungsgruppen blieben hier konstant höher als bei den Frauen (zwischen 50 % anfänglich und 30 % nach einem Jahr).

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