Prüfungsfragen_FaSi_Gefahrstoffe

Was sagt Ihnen der Stoff Naphtalin?

Naphtalin ist u.a. aus der Bewertung einer inhalativen Exposition in der Innenraumluft bekannt (Geruchsbelästigung, riecht wie Mottenkugeln).

Naphtalin ist die Leitsubstanz der bizyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe in der In­nenraumluft. Beim Nachweis von Naphatlin geht man vom Auftreten wei­terer bizyklischer und trizyklischer aro­matischer Kohlenwasserstoffe aus  („Naphthalin-ähn­liche Verbindungen“).

Naphthalin ist im europäischen Ge­fahrstoffrecht als krebsverdächtig (Karz. 2) eingestuft und insbesondere für den Niedrigdosisbe­reich gibt es eine neuere Datenlage.

Neben Tabakrauch und anderen Verbrennungsprodukten geben vor allem teerhaltige Bauproduk­te (in Feuchtesperren, Dachpappen, Kle­bern oder Anstrichen mit Teer oder Kar­bolineum) oder erhitzte Naturdämmstof­fe (z. B. Kork) auch heute noch Anlass zu Beschwerden.

Naphthalin wird als Haushaltsinsektizid in Südeuropa, in den USA sowie in den tropischen Zonen noch eingesetzt und gelegentlich nach Deutschland ein­geführt.

In den letzten Jahren ist eine Reihe von Geruchsproblemen in Bürogebäuden be­kannt geworden, die u. a. auf Naphthalin- Ausdünstungen aus teerhaltigen Boden­aufbauten zurückgeführt wurden. Verein­zelt zeigten sich Naphthalin-Ausdünstun­gen auch aus Kautschuk-Bodenbelägen, die (wie alle Bodenbeläge) für die Zulas­sung zur Verwendung

Belastbare Arbeitsplatzstudien oder be­völkerungsbezogene Untersuchungen zur Wirkung eingeatmeten Naphthalins beim Menschen fehlen nach wie vor. Für die gesundheitliche Bewertung einer inhala­tiven Exposition gegenüber Naphthalin werden deshalb Ergebnisse von Untersu­chungen an der Ratte herangezogen. Nach übereinstimmender Auffassung  stellen zytotoxisch entzündliche Ver­änderungen im Geruchsepithel der Rat­te den kritischen Endpunkt dar. Valide Studien zur Reproduktionstoxizi­tät von Naphthalin beim Menschen liegen ebenfalls nicht vor.

Es besteht die Möglichkeit eines Biomonitorings mit der Analytische Bestimmung von Naphtholen im Urin (1- und 2-Naphthol).

http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/dokumente/naphthen_rw_irl-2_2013-10.pdf

http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/377/dokumente/naphthalin-naphthole.pdf

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