Handlungsorientierter Unterricht

Erläutern Sie die lern‐und handlungstheoretischen Begründungen zur Umsetzung von HOU (vgl.  Riedl 2011, S. 190 f.)

  • Allgemein formulieren Kognitions- und handlungstheoretische Grundannahmen, dass zwischen dem Tun und Denken, zwischen Handlungen und Begriffen ein Kontinuum besteht und dass der schrittweise Aufbau von Kognitionen über die aktive Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt erfolgt
  • Die aus spontanen Handeln ergebenen Interpretationen über Objekteigenschaften, Abhängigkeiten und Wirkungszusammenhänge sollen gespeichert und später wieder eingesetzt werden können. So entstehen konkrete Handlungskonzepte die sich auf strukturell ähnliche Situationen zu Handlungsschemata abstrahieren.
  • Denkstrukturen entwickeln sich aus verinnerlichten Handlungen einer aktiven Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt. Lernen muss daher diese konkreten Handlungsvollzüge ermöglichen, da Inhalte sonst nur abstrakt-assoziativ mitgeteilt, aber nicht aktiv verinnerlicht und mit bestehenden kognitiven Strukturen vernetzt werden können. Ein Lernkonzept wie der der HOU mit seinem kurzphasigen Rhythmus aus Lernen, verknüpft mit unmittelbarem Handeln, ermöglicht dies.
  • Dualistische Lernkonzeptionen (langphasiger Rhythmus aus Wissenserwerb und späterer Anwendung) sind heute noch weit verbreitet in Schule und Ausbildung
  • Bei Schülern ist Wissen zwar vorhanden, aber es kann nicht zum Einsatz gebracht werden. Zum Beispiel ist das in der Schule erworbene theoretische Wissen, meistens nicht anwendbar auf außerschulischen Kontext. Die Ursache ist der traditionelle Unterricht (Trennung von Denken und Handeln), da dort Wissen und Handeln oft nicht aufeinander bezogen werden.
  • Das Lernen ohne konkrete Handlungsbezüge verhindert wichtige Rückkopplungsprozesse ohne welche das Wissen nicht anwendbar ist. Es besteht eine handlungstheoretische Grundannahme, dass zwischen dem Tun und Denken ein Kontinuum besteht. Der Psychologe und Pädagoge Aebli hebt die Bedeutung von Handlungsschemata hervor in Anlehnung an Piaget. Diese sind abstrakte Gebilde und können bei Bedarf auf Situationen übertragen oder aber einer Situation angepasst werden. Weiterhin beschreibt Aebli, dass der Aufbau von sich Wissen durch die Interaktion des Menschen mit der Umwelt entwickelt. 
 

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