Leistungsbeurteilung

Benennen und erläutern Sie drei subjektive Fehlerquellen bei der Notengebung (vgl. Bovet & Huwendiek 2014, S. 330-332).

 Der Einfluss von Vor- und Zusatzinformation: positive oder negative Zusatzinformationen über einzelne SuS können die Korrektur und Benotung von Arbeiten durch den Lehrer beeinflussen können.
 
Der Einfluss von Sympathie und Geschlecht: In einer Untersuchung wurde bestätigt, dass etliche Lehrer die Schüler, die ihnen sympathisch sind, zu günstig, und die ihnen Unsympathischen zu ungünstig benoten. Als Maß für die tatsächliche Leistung der Schüler diente das Ergebnis eines standardisierten Schulleistungstests. Allerdings hat sich in der Untersuchung auch gezeigt, dass sich Lehrer hierin stark voneinander unterscheiden. Während bei manchen die Noten extrem stark mit der Sympathieeinstufung korrelierten, gab es andererseits auch Lehrer, die in dieser Hinsicht völlig immun waren. Häufig wird auch ein Befund berichtet, wonach bei objektiv gleicher Leistung Mädchen günstiger benotet werden als Jungen – und zwar von Lehrern wie von Lehrerinnen! In Befragungen geben Lehrerinnen wie Lehrer an, Mädchen im Vergleich zu Jungen als fleißiger, angepasster, ordentlicher etc. wahrzunehmen. 
 
Der Einfluss von subjektiven Theoriebeständen: Das pädagogische Überzeugungswissen eines Lehrers ist Teil seiner berufsbezogenen „subjektiven Theorie“. Hinsichtlich einzelner Aspekte der Lehrertätigkeit können subjektive Theoriebestände in hohem Maße handlungsleitend sein. Im Falle der Schülerbeurteilung wird die Wahrnehmung und Einschätzung von Schülerleistungen oft sehr stark von ausgeprägten Überzeugungen über das Zustandekommen von Schulleistungsunterschieden beeinflusst. Denn die allgemeine Tatsache, dass man bevorzugt das wahrnimmt, was man wahrzunehmen erwartet, führt häufig zu Beobachtungsverzerrungen und -einseitigkeiten. Beispiele für solche Grundüberzeugungen sind etwa Sätze wie „Jungen sind sprachlich weniger begabt als Mädchen“ oder „Lateinklassen sind besser“. 

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