Leistungsbeurteilung

Im offenen Unterricht wird nicht nur das Ergebnis von Unterricht bewertet, sondern auch deren Prozess. Beschreiben sie wie eine Prozessbewertung des Unterrichts mithilfe von Beobachtungsbögen durchgeführt werden kann und welche Probleme dabei bei der Lehrkraft auftreten können (vgl. Bovet & Huwendiek 2014, S. 342-343). 

 Leistungsbewertung ist nicht mehr nur produkt- sondern auch prozessorientiert. Nicht allein das Endresultat zählt, sondern der Lern- und Arbeitsprozess selbst kann bereits Gegenstand der Bewertung sein. 
 
• Den Lernenden muss von Anfang an bewusst sein, welche Leistungen erwartet und bewertet werden. Damit werden wichtige Teile der Leistungsbewertung in die Lern- und Arbeitsphase „vorverlegt“. 
 
• Die Beobachtungs- und Bewertungsbögen, die zum Einsatz kommen sollen, gemeinsam entwickelt oder zumindest vorgestellt und dem eigenen Unterricht angepasst werden. Da die Bewertungsbögen mit den Schülern gemeinsam entwickelt oder ihnen zumindest offengelegt wurden, können sie von diesen auch zur Selbstbewertung oder zur Bewertung untereinander (Schülermitbewertung) eingesetzt werden -> trägt zur Entwicklung eines realistischen Selbstbildes bei.
 
• Der Lehrer ist nicht mehr in erster Linie zentraler Stoffvermittler, sondern eher Arrangeur von Lerngelegenheiten, Helfer und Lernberater. Und er ist aufmerksamer Beobachter seiner Schüler. Wenn er Prozessbewertungen durchführen will, muss er während der Erarbeitungsphase ausreichend viele Gelegenheiten für diese Beobachtungen schaffen, was problematisch werden kann und er sollte diese gezielt und systematisch durchführen, möglichst anhand der gemeinsam ausgearbeiteten Beobachtungsbögen. 
 
• Steht dabei zunächst das Registrieren nach vorgegebenen Kriterien im Vordergrund, kommt es anschließend durch das Einordnen des Beobachteten in einen bestimmten Maßstab zur Bewertung. Häufig geschieht dies an Hand von Ratings mit Häufigkeits- oder Intensitätsskalen. 
 
• Mit jeder Unterrichtsbeobachtung muss eine zeitnahe Rückmeldung verbunden sein, denn es geht im Offenen Unterricht nicht in erster Linie um ein endgültiges und abschließendes Urteil, vielmehr soll der Lern- und Arbeitsprozess durch Diagnose und Beratung gestützt und vorangebracht werden.  
 
• Das Feedback selbst erfolgt nicht als einseitige Mitteilung des Lehrers an den Schüler, sondern wird als dialogischer Prozess gestaltet: Indem der Schüler seine Absichten, Alternativen, Entscheidungen etc. darlegt, entsteht ein Gesamtbild, das die Sichtweise des Lehrers vervollständigt und ergänzt. 

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