Beschaffung/Lager

Bedarfsermittlung -ABC Analyse

Der Waren-/Materialbedarf eines Unternehmens sollte möglichst genau ermittelt werden. Eine zu geringe Menge kann den Absatz sowie Erfüllung von Terminen beeinträchtigen. Eine zu große Menge kann die Kapitalbindung (Zins und Lagerkosten) erheblich erhöhen. In der Regel ist es Zweckmäßig, den Bedarf aller Waren/Materialien gleich genau zu ermitteln. Der Bedarf wird umso genauer errechnet, je höher der Anteil der entsprechenden Materialien am Gesamtbedarf ist. Als Instrument zur Einordnung der Waren /Materialien nutzt man die ABC Analyse. Sie dient zur Wirtschaftlichkeitskontrolle der Beschaffung und Lagerung (Materialwirtschaft)
 
Unternehmen brauchen eine Vielzahl verschiedener Waren, die nicht nur Kosten beim Kauf verursachen, sondern auch geplant, gelagert und kontrolliert werden müssen. Um diese Kosten möglichst niedrig zu halten, müssen Schwerpunkte gebildet werden. Auf die wertvollen Waren ist das Hauptaugenmerk zu richten, da sie höhere Umsetzte erwirtschaften als Waren von geringerem Wert. Waren werden daher nach ihrer Bedeutung in A, B und C Güter eingeteilt.
 
je nachdem welcher Bereich der Materialwirtschaft mittels  der A B C Analyse untersucht wird, bedeutet:
 
  • A= wichtig/hochwertig/umsatzstark
  • B=Mittelwichtig/mittelwertig/mittlere Umsatzstärke
  • C=weniger wichtig/niedrigwertig/umsatzschwach
 
Bei der Zuordnung der Güter ist es sinnvoll vorher festzulegen, wie viel Prozent maximal als A Güter (B, C Güter) klassifiziert werden sollen. Diese Festlegung wird von jedem Unternehmer nach eigenen Erfahrungen gemacht. Die Erfahrungen zeigen, dass ein mengenmäßig kleiner Teil einen sehr hohen Wertanteil besitzt (A-Güter)
 
Die ABC Analyse bildet eine wichtige Grundlage für die Entscheidung, ob die Waren für den verkauf bereitzustellen sind. Nur Waren der Klasse A rechtfertigen genaue und aufwendige Verfahren, um die Waren zu planen, zu organisieren und zu kontrollieren. Bei C-Waren sind möglichst kostengünstige Verfahren anzuwenden.
 
Bei A Gütern sollte auf einen niedrigeren Preis und günstige Liefer- und Zahlungsbedingungen geachtet werden. Hinsichtlich der Menge und Liefertermine sollte exakt geplant, das ,Material das Material bei bedarf abgerufen werden.(ggf. Just in Time) und langfristige Lieferverträge abgeschlossen werden. A Güter sollten in kurzen Intervallen bedarfsabhängig (auftragsbezogen statt verbrauchsbezogen) beschafft werden, um Kapitalbindung und Zinskosten gering zu halten.
 
Für C Güter gilt: sie sollten in größeren Intervallen verbrauchsabhängig beschafft werden, um einen unwirtschaftlichen Arbeitsaufwand zu vermeiden. Die Bestellungen sollten in kostenoptimalen Größen stattfinden.
 
Bei B- Gütern muss man feststellen, ob sie den A-oder c Gütern nahe stehen.
 
Berechnung:
Um die Güter in die Gruppen einzuteilen, wird berechnet, wie hoch der Anteil der einzelnen Waren an der Gesamtverbrauchsmenge bzw. am gesamtverbrauchswert ist. Für die errechneten prozentzahlen lässt sich eine Rangfolge festlegen. Ordnet man die Waren nach dem Rang, so lassen sich die genannten drei Gütergruppen bilden.
 
  1. Wert jeder Waren-/Materialgruppe berechnen(Menge*Preis)
  2. Waren/Materialgruppe nach Wert absteigend sortieren
  3. Prozentanteil jeder Waren/Materialgruppe berechnen (Einzelwert/Gesamtwert *100)
  4. Kumulieren der prozentualen Anteile am Gesamtwert aller verbrauchten Materialarten
  5. Einteilung der Materialarten in A, B und C Güter.
 
 

Diskussion