BTW

Erläutere die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Lernexperimenten mit größerer Variabilität (beim Kontext-Inteferenz-Lernen und differenziellen Lernen und Lehren) im Vergleich zum traditionellen Üben sowie im direkten Vergleich

Traditionelles Üben = Wiederholen, methodische Übungsreihen, Kontrastlernen 


Bei der bisherigen traditionellen Annahme zur Erklärung des motorischen Lernens wird davon ausgegangen, dass eine Bewegung vorprogrammiert ist und eine zentrale Instanz im Gehirn die Ausführung koordiniert. Damit werden  sog. Technikbilder begründet. Darauf aufbauende Übungskonzepte impliziere, dass Lernsteigerungen über hohe Wiederholungszahlen erreicht werden. Beim Differentiellen Lernen wird von der Annahme ausgegangen, dass das System Mensch autonom ist und Impulse auf anderen Systemen selbstorganisierend verarbeitet. Lernen ist deshalb Selbstorganisation und als adaptive Reaktion auf Umgebungsveränderung des Systems zu verstehen. Technik-Training im Sinne des Differentiellen Lernens sollte also als weitgefasster Lösungsraum betrachtet werden, innherhalb dessen sich die SuS selbstregulativ einstellen. Durch Variabilität im Lernprozess wird Instabilität, die für das motorische Lernen notwendig ist, provoziert und die Selbstregulation initiiert: ein Üben ohne das Anstreben einer identischen Wiederholung sollte ermöglicht und die Aufgabenzusammenstellung nicht seriell angeordnet sondern sehr variabel gestaltet werden.


Differentielles Lernen zeigt folgende Charakteristik:

  • Lernleistungen zeigt statistisch signifikabt bessere Werte
  • Das Gelernte wird auf lange Sicht nachhaltiger behalten
  • Differenziell trainierte Gruppen lernen über die Zeit hinweg weiter und länger 
  • —> belegt durch Beckmann & Götze (2009): Verbesserung der Sprintfähigkeit über 45 m -> Vergleich von klassischen Techniktraining und differenziellen Training

Kontext-Interferenz-Lernen zeigt folgende Charakteristik
  • Das Gelernte wird auf lange Sicht nachhaltiger behalten
  • Differenziell trainierte Gruppen lernen über die Zeit hinweg weiter und länger 
—> belegt durch Wießmann & El-Mansoura (2003): Erlenen der Rolle Rückwärts in den flüchtigen Handstand
-> geblockt zwar schnellerer Lernzuwachs, jedoch randomisiert nachhaltiger

Differenzielles vs. Kontext-Interferenz Lernen

Das Differentielle Lernen und Lehren ist nach den vorliegenden Forschungsergebnissen u.a. Besonders zur Bewältigung größerer Trainingsgruppen geeignet. Weitere Vorteile sind im Bereich der Motivation der Sportler (Abwechslung vom traditionellen Drill und Practice) sowie einer erhöhten Effizient zu erkennen

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