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Teil B - Planung und Gestaltung von Lernumgebungen

Nenne und erkläre die zwei Funktionen pädagogischer Diagnostik

Die pädagogische Funktion der Pädagogischen Diagnostik ist darauf ausgerichtet, bei den Lernenden die Motivation und den Willen zu fördern, etwas lernen und leisten zu wollen. Es geht also um eine frühzeitige und umfassende Unterstützung der Lernenden. Man spricht auch von Lernprozess- oder Förderdiagnostik. Diese wird während des Lernprozesses und zu mehreren Zeitpunkten eingesetzt, daher wird sie auch als formative Leistungsbeurteilung bezeichnet (Hofmann, 2017). Das Besondere ist dabei, dass die individuellen Voraussetzungen und Potentiale der Lernenden sowie deren Lernfortschritte im Zentrum stehen. Nicht nur der Schüler bzw. die Schülerin wird in den Diagnoseprozess einbezogen, sondern auch weitere Beteiligte, wie andere Lehrkräfte, pädagogische Professionelle und vor allem andere Schüler/innen und deren Eltern. So gelingt es eher, den einzelnen Lernenden zu ermutigen und auf vielfältige Art und Weise adäquat zu unterstützen.
 
Die gesellschaftliche Funktion der Pädagogischen Diagnostik hingegen dient der Optimierung der Beurteilung und der Vergabe von Qualifikationen durch das Bildungssystem. In diesem Sinne kommt ihr eine Selektions- oder Zuweisungsfunktion zu (Fend, 1980). Durch die Vergabe von Abschlusszeugnissen und Zeugnissen erhalten Schüler/innen Zugang zu weiterführenden Schulen oder zum Berufs- und
Hochschulwesen.Vor allem summative Formen der Leistungsbeurteilung sind üblich, z.B. in Form von Klassenarbeiten oder Abiturprüfungen. Die
Diagnose und Beurteilung erfolgt darüber hinaus zu einem bestimmten Zeitpunkt, vor allem am Schuljahresende oder am Ende einer Schulart. Eine lern- und entwicklungsprozessbezogene Perspektive wird im Gegensatz zur pädagogischen Funktion eher nicht gewährt.

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