Methodenlehre

Gerechtigkeitstheorien (Historischer Überblick)

1. Bedeutung von "Gerechtigkeit" in der historischen Entwicklung:
a) Grundlagen in der Antike:
aa) Platon verstand unter Gerechtigkeit eine politische Tugend, die er in erster Linie mit "das Seinige tun und nicht vielerlei treiben" umschrieb.
bb) Aristoteles spricht Gerechtigkeit u.a. als Tugend an "durch die jeglicher das Seine erhält. "Das Seine" ergab sich aus seinem Stand. Gerecht ist nach Auffassung von Aristoteles jemand, "der sich an die Gleichheit hält". 
Gerechtigkeit verwirklicht sich nach seiner Auffassung als:
  • austeilende Gerechtigkeit 
  • ausgleichende Gerechtigkeit 
b) Inhaltsleere Formeln?
Beweis oft schwierig und Negation oft nicht zielführend
aa) Fehlen persönlicher Interessiertheit ist eine Anforderung an das Gerechtigkeitsprinzip 
→ Theorie der Gerechtigkeit (John Rawls) hat hierin seinen Ausgangspunkt (Hypothetische Situation: Menschen verteilen Güter etc. unter Schleier des Nichtwissens)
2. Billigkeit, Rechtssicherheit und Gerechtigkeit:
Billigkeit = Korrektur des gesetzlichen Rechts (im Einzelfall)
Rechtssicherheit = Abstrakte Entscheidungsfähigkeit für einen nicht vorweg regulierbaren Problemfall

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