Didaktische Modelle

Benennen und erläutern Sie den Aufbau und die Handlungselemente des Hamburger Modells, wie sie in der Umrissplanung dargestellt werden und über die sich eine Lehrkraft Gedanken machen muss (vgl. Gassmann 2013, S. 147-149). Wie stellt sich Schulz den gemeinsamen Planungsprozess im Sinne einer themenzentrierten Interaktion vor (vgl. Gassmann 2013, S. 150)? Welche Zielsetzung verfolgt die Umrissplanung?

 
 
Die Abbildung stellt das Handlungsmodell des Hamburger Modells dar, welches sich im Wesentlichen
  • auf die Entwicklung einer Theorie zur Unterrichtsplanung bezieht. Es setzt die verschiedenen Handlungsmomente, die bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden müssen, in einen Zusammenhang.
  • Im Mittelpunkt der didaktischen Planung stehen vier „Handlungsmomente“, die bei der Umrissplanung berücksichtigt werden müssen:
  • Die Unterrichtsziele (UZ); dort werden Intentionen und Themen zusammengefasst,
  • die Vermittlungsvariablen (VV); Inhalt sind Methoden und Medien,
  • die Ausgangslage (AL); hier ist das Thema die anthropogenen Faktoren der Lehrenden und Lernenden, und die
  • Erfolgskontrolle (EK); hier werden die Lernerfolge beobachtet. Alle vier Punkte stehen miteinander in Beziehung und müssen aufeinander abgestimmt werden.
  • Um die Lehrerzentriertheit (des Berliner Modells) zu vermeiden, sollen hierbei nicht nur die Erwartungen des Lehrers, sondern auch die der Schüler (bzw. aller Beteiligten) mitberücksichtigt werden. Schulz definiert
  • „Schüler und Eltern als dem Lehrer gleichranginge Partner der Unterrichtsplanung“. Die institutionellen Bedingungen umschließen das didaktische Handeln der Schüler und Lehrer und bezeichnen Einflüsse auf den Unterricht durch Gesetze, Lehrpläne, Gegebenheiten etc.
  • Den äußeren Rahmen stellen die „Produktions- und Herrschaftsverhältnisse“ dar, welche sich auf den Träger der Institution beziehen und durch ihr „Selbst- und Weltverständnis“ den Unterricht beeinflussen.
 
Gemeinsamer Planungsprozess:
  • gemeinsame Planung des Unterrichts von Lehrern, SuS und Eltern wird durch die Grundannahme, das Lernen ein interaktiver Vorgang ist, begründet
  • aktive Planungsteilnahme erforderlich, wobei der Lehrkraft die verantwortliche Planungsperson ist und für den Einbezug aller Beteiligten sorgt
  • Grundlegend werden die Strukturen der themenzentrierten Interaktion, in der Dreiecksform von
 
Personenansprüche (ich): jedes einzelne Gruppenmitglied
Sachansprüche (es): sachlicher Anspruch, den alle Mitglieder erfassen möchten
Gruppenansprüche (Wir): Förderung des Beziehungsgeflechts der Gruppe
 
Diese unterschiedlichen Ansprüche müssen ständig neu verhandelt und ausbalanciert werden, was einen dynamischen Prozess impliziert

Diskussion