Didaktische Modelle

Benennen und erläutern Sie die „übergreifenden Bildungsziele“ der Perspektivplanung. Wie kann laut Schulz die Lehrkraft gewährleisten, dass Unterricht einen Beitrag zur Emanzipation leistet? Definieren Sie den Emanzipationsbegriff. Ist damit das Hamburger Modell noch wertfrei?Sollte aus Ihrer Sicht eine Didaktisches Modell wertfrei sein? Begründen Sie Ihre Antwort (vgl. Gassmann 2013, S. 145-147). Welche Kritikpunkte werden am Hamburger Modell geäußert (vgl. Gassmann 2013, S. 152)?

  • Die Perspektivplanung ist auf längere Zeiträume bezogen und wird aufgrund der Schulorganisation am ehesten über Schuljahre hinweg betrieben.
  • Die Perspektivplanung ist deshalb notwendig, weil die Rahmenvorgaben einerseits allgemein gehalten sind und weil eine derartige Allgemeinheit andererseits den Lehrpersonen die Chance zugesteht, ihre pädagogischen Verpflichtungen gegenüber den Schülern durch eine Planung unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse einzulösen.
  • Die Perspektivplanung erbringt jedoch noch keine festen und verbindlichen Vorgaben. Ihr Ergebnis dient vielmehr als Regulativ, an dem weitere Entscheidungen und Maßnahmen gemessen werden (Richtziele),
  • Als zentraler übergeordneter Wert gilt bei Schulz die Emanzipation. Damit meint er konkret Folgendes:
 
„Emanzipation steht in diesem Zusammenhang für die Befreiung von unkontrollierter Herrschaft von Menschen über Menschen Verdeutlicht wird der Anspruch aller Menschen auf größtmögliche Verfügung über sich selbst“
 
-> SuS sollen über sich selbst verfügen, der Unterricht soll sie zu kompetenter, selbstbestimmter und solidarischer Lebensführung befähigen. 
 
Im Anschluss an die Festlegung eines derartigen Werts ist die Kernfrage der didaktischen Theorie Heimanns auf zwei wesentliche Fragenkomplexe bezogen:
1.  Kann der Unterricht einen Beitrag zur Emanzipation leisten? 
2. Wie kann der Unterricht diesen Beitrag einbringen?
 
Soll die genannte hauptsächliche Zielvorstellung erfüllt werden, kann dies Schulz zufolge grundsätzlich nur dadurch geschehen, dass nicht die Lehrer allein die Unterrichtsplanung durchführen, sondern auch die Schüler (und Eltern) an dieser maßgeblich beteiligt sind. 
 
Kritikpunkte:
1. Es handelt sich um eine Utopie einer Schülerschule, welcher die präzise Durchformung eines neuen didaktischen Modells fehlt. Es beschreibt nicht, wie Unterrichtsplanung unter alltäglichen Bedingungen an einer Schule erfolgen kann
2. Es handelt sich um kein übersichtliches Gesamtkonzept für die Unterrichtsplanung, sondern um verschiedene Schemata und Begriffsgruppen. Beachtet werden soll deren Implikationszusammenhang, aber Schulz selbst bezieht die Schemata und Begriffsgruppen in seinem Modell kaum aufeinander 
3. Es kommen keine konkreten Handlungsanweisungen bezogen auf die Lernenden zum Ausdruck. Wie SuS im Unterricht einbezogen werden können, ist im Hamburger Modell nicht auffindbar.
4. Themenzentrierte Interaktion setzt grundsätzlich voraus, dass die Beteiligten auch tatsächlich nach diesem Konzept arbeiten möchten. Ein Teil der Schüler sitzt allerdings vermutlich unfreiwillig im Unterricht, sodass es zu verschiedensten Störungen kommen kann. 
5. Es wird deutlich, dass Unterrichtsplanung und -durchführung einer stetigen pädagogischen Atmosphäre bedürfen, welche die Bereitschaft zur Rücksichtnahme intendiert. Diesbezüglich finden sich bei Schulz allerdings keine weiteren Aussagen.
 
Mit der Bestimmung von Richtzielen i.S. von Kompetenz, Autonomie und Solidarität wird zugleich das Postulat der Wertfreiheit aufgegeben, da keine reine empirische Grundlage des Unterrichts mehr vorliegt.
 
Sollte ein didaktisches Modell wertfrei sein?
  • Meiner Meinung nach sollte ein Didaktisches Modell wertfrei sein, um der lehrenden Person den
  • nötigen Spielraum zu gewährleisten, zudem sollte
  • Wissenschaft nicht weltanschaulich beeinflusst werden.
  • Andererseits ist es schwierig, tatsächlich wertfrei zu unterrichten, da man alleine in der Wahl der Methodik gewisse Werte vermittelt.
  • Sofern ein didaktisches Modell nicht wertfrei ist, müssten Lehrer offenlegen, zu welchen Werten sie die SuS erziehen möchten. Daher sollten didaktische Modelle prinzipiell wertfrei bleiben und die SuS lediglich zur Bildung einer sachgerechten Werturteilung befähigt werden

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