Leistungsbeurteilung

Wie ist das Leistungsprinzip als demokratische Leitvorstellung des liberalen Bürgertums zu verstehen und welche administrativen Maßnahmen waren mit der Umsetzung verbunden? (vgl. Bovet & Huwendiek 2014, S. 322).

Benefizienzeugnis als wichtiger Vorläufer: 
 
- Berechtigungsfunktion im Vordergrund
- wurde lediglich bei Bedarf ausgestellt
- Mit ihm wurde einem Gönner gegenüber bezeugt, dass ein Kind mittelloser Eltern eines Freiplatzes oder eines Stipendiums würdig war.
- Lernerfolge standen nicht im Mittelpunkt, sondern vielmehr sein Fleiß, sein Wohlverhalten und seine Gottesfürchtigkeit.
- aus der formlosen Bescheinigung wurde bald ein amtliches Dokument, mit dem jedem Schüler, nicht nur dem Bedürftigen, seine individuellen Lernerfolge und seine allgemeine schulische Leistungsfähigkeit attestiert wurden. 
 
Preußen hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Einsicht geführt, dass die alte Führungsschicht des Adels nicht mehr ausreichte, um die Leitungspositionen eines modernen Staates adäquat zu besetzen. In dieser Situation konnte sich das Leistungsprinzip als demokratische Leitvorstellung des liberalen Bürgertums allmählich durchsetzen: Nicht Geburt, Religion, Geschlecht, Rasse etc. sollen den Zugang zu gesellschaftlichen Positionen bestimmen, sondern die individuelle Leistung. 
 
Administrativen Maßnahmen:
- Einführung der allgemeinen Schulpflicht (Zeugnisse sollten ihre Erfüllung dokumentieren)
- Einführung von Jahrgangsklassen mit der jährlichen Versetzung nach den Leistungen in allen Fächern (Zensuren sollten die relative Homogenität der Lerngruppen gewährleisten)
- Regelung des Zugangs zur Universität über das Reifezeugnis 
 

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