Lerngelegenheiten

Von welchen Grundannahmen gehen Vertreter des konstruktivistischen Paradigmas  des Lernens aus im Hinblick auf a) Wissen als sozial geteilte Repräsentation, b) situiertes Lernen, c) Vermittlung von Problemlösestrategien, d) Rolle des Lernenden  und des Lehrenden? Welche Chancen und Grenzen werden im Hinblick auf  konstruktivistisch organisierte Lehr‐Lernprozesse diskutiert? (vgl. Seidl, Reiss 2014,  S.259 f.; Lipowski 2015, S. 73 f.).  Wie würden Sie den Lernfeldansatz in der beruflichen Bildung lernpsychologisch  verorten? 

 a) 
  • es gibt keine festen und unveränderlichen Bestandteile von Wissen
  • es entsteht durch den sozialen Austauch
  • es ist ständigen Veränderungen unterworfen
  • Wissen ist in Form mentaler Repräsentationen gespeichert
  • Lernende bauen ihre Wissensstrukturen auf bzw. erweitern sie. 
  • Lernen als individueller und aktiver Prozess der Lernenden
 
b)
  • mentale Wissenrepräsentationen nicht kontextfrei und somit auch nicht sachlogisch geordnet
  • sie sind mit den im Erwerbsprozess vorherrschenden Kontexten und Situationen verknüpft
  • Bindung an Kontexte macht übertragen des Wissen aus einem Lernkontext in andere Lern- und Lebenskontexte für die Lernenden schwierig
  • systematisch unterschiedliche Anwendungskontexte werden integriert um zu flexibel nutzbaren Wissenstrukturen zu gelangen
 
c)
  • wichtig, Lernenden nicht nur Fachwissen (deklarativ, konzeptuell) zu vermitteln, sondern Wissen um die mentalen Prozesse des Wissenserwerbs zu stärken und sie zur Anwendung von Problemlösestrategien zu befähigen
  • Befähigung zum selbstständigen Aneignen von Wissen 
  • Vermittlung von Strategien zum Finden von Lösungen bei konkreten Problemstellungen
 
d)
  • Lernende nehmen eine aktive Rolle in der individuellen Konstruktion von Wissen ein
  • Lehrende beraten, begleiten, unterstützen und regen die Ausführung der Lernaktivitäten
 
Vor- und Nachteile
  • Forschung erheblich beeinflusst
    • Fachwissen keine feste Einheit sondern Resultat eines sozial geteilten Vermittlungsprozess
    • Menschen geben Wissen situiert und somit an Kontexte gebunden weiter
    • Idee, Lernende langfristig in die Lage zu versetzen, eigenständig Wissen zu erwerben und Problemlösestrategien anzuwenden
 
  • Theorie gibt kein exakt definiertes Maß von Freiheit vor
  • Fehlvorstellung: konstuktivistische Lernumgebung sind ohne strukturierende Maßnahmen und Vermittlungsaufgaben umzusetzen
  • Allerdings: Lernumgebungen müssen hoch strukturiert sein, sonst Desorientierung und Überforderung
 
Lernfeldansatz (berufliche Bildung)
  • bestes Beispiel
  • abwechslungsreiche Probleme
  • Befähigung zu Problemlösung

Diskussion