Klausurfragen VEÖK

Vier Merkmale / Kernaussagen der Prospect Theory zur Bewertung von Wertpapieren.

Die Prospect Theory ist ein Modell der Entscheidungsfindung unter Unsicherheit, bei der aus zwei Handlungsalternativen eine ausgewählt werden soll. Sie hat die Zielsetzung, Entscheidungen zu erklären, die eine
gravierende Inkonsistenz zur rationalen Bewertung von Wahrscheinlichkeiten und der Erwartungsnutzentheorie aufweisen.
 
Marktteilnehmer bewerten Ereignisse anhand eines bestimmten Referenzpunktes
Beim Kauf eine Aktie für 100€ kann dieser Einstandskurs als Referenzpunkt gewählt werden. Mit zunehmender Haltedauer kann sich dieser Referenzpunkt verschieben. Liegt ein Gewinn unter dem erlebten relativen Gewinn wird der Anleger eher den Schmerz des Verlustes spüren anstatt Freude über den Gewinn = Folge der Verschiebung vom Referenzpunkt. Neue Bewertungsniveaus können ausschlaggebend für eine Referenzpunktverschiebung sein. Auch die Inflation kann als ein Referenzpunkt für die erwartete Renditeentwicklung gewählt werden.
 
Marktteilnehmer sind bestrebt, relative Verluste zu diesem Referenzpunkt zu meiden
Verluste werden höher bewertet als Gewinne gleichen Ausmaßes. Sie werden als dissonante (unstimmig) Ereignisse wahrgenommen und stehen im Widerspruch zur ursprünglichen Entscheidung das Wertpapier zu kaufen. Untersch. Beurteilung von Gewinn und Verlust hat zur Folge, dass Anleger zu lange an Verluste festhalten und Gewinnaktien zu schnell verkaufen. Gewinne zu früh realisieren und Verluste zu lange laufen lassen = Dispositionseffekt. Marktteilnehmer verkaufen im Abwärtstrend nur zögerlich Aktien mit Verlust.
Erfahrene Investoren weniger stark betroffen. Der Dispositionseffekt verdeutlicht, dass die Marktteilnehmer aus psychologischen Gründen ihre Investition in Abhängigkeit davon bewerten, ob deren Wert nach dem Erwerb gestiegen oder gefallen ist.
 
Wenn Marktteilnehmer mit Verlusten konfrontiert werden, ändert sich ihre Einstellung gegenüber Risiken
= Reflection- Effekt, ergibt sich aus abnehmender Sensitivität im Verlustbereich. Sie im Verlustbereich risikofreudiger. Im Gewinnbereich dagegen risikoavers. Markteilnehmer entscheiden sich bei drohendem Verlust eher dazu, zusätzliches Kapital zu investieren, um den möglich Verlust doch abwenden zu können.
 
Marktteilnehmer überschätzen die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen, die höchst unwahrscheinlich sind
Marktteilnehmer überbewerten häufig kleine Wahrscheinlichkeiten und unterbewerten große Wahrscheinlichkeiten. Daraufhin werden falsche Prioritäten gesetzt und zu viel Zeit in relativ unbedeutende Entscheidungen investiert wird. Das wird deutlich, wenn Teilnehmer in IPOs oder exotische Aktientitel investieren, die nur bei einer kurzfristig drastischen Entwicklung profitabel sind.

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