Sachliche, örtliche Gerichtszuständigkeit

1. Instanz
a) Amtsgericht
  • Strafrichter § 25 GVG
  • Schöffengericht §§ 28, 29 GVG
  • Erweitertes Schöffengericht § 29 II GVG (2, 2)
b) Landgericht
  • Große Strafkammer §§ 74, 76 GVG (2/3, 2)
  • Schwurgerichtskammer §§ 74 II, 76 GVG (3, 2)
c) OLG: Strafsenat (3 bzw. 5 Richter, keine Schöffen) §§ 120, 122 GVG
 
2. Instanz
  • Vom Amtsgericht (Schöffengericht ebenso)
    • Berufung gem. § 312 StPO zum LG (Kleine Strafkammer gem. §§ 74, 76 GVG)
    • Dann als 3. Instanz Revision zum OLG gem. § 333 möglich
    • Oder Sprungrevision § 335 direkt zum OLG Strafsenat §§ 121, 122 (also 2. Instanz)
  • Von erstinstanzlich LG oder OLG --> Keine Berufung immer direkt Revision zum BGH (Strafsenat) als zweite Instanz §§ 135, 13 GVG
 
 
 Straferwartung meint zu erwartende Strafe (nicht Höchststrafe des TB) --> Prognose im Einzelfall unter Anwendung von § 46 (Persönliche Vorwerfbarkeit)
 
A. Sachlich
 
I. Amtsgericht
 
1. Strafrichter (AG) §§ 24, 25 GVG: Nicht mehr als 2 Jahre Freiheitsstrafe, keine Maßregeln nach §§ 63, 65 zu erwarten (Sicherheitsverwahrung) (Achtung: Nur bei Vergehen, nicht Verbrechen)
 
2. Schöffengericht (§ 28): Alles, wofür kein anderes Gericht zuständig ist. Straferwartung 2 bis 4 Jahre, §§ 24-28, aber nicht in den Fällen des §§ 74 II, 120 GVG. Erweitertes Schöffengericht in § 29 II.
 
3. Jugendrichter und Jugendschöffengericht
 
II. Landgericht
 
1. Große Strafkammer: Mehr als 4 Jahre Straferwartung oder Maßregeln nach §§ 66, 68 StGB zu erwarten oder besondere Schutzbedürftigkeit von Opferzeugen, Umfang oder Bedeutung (§§ 74 I, 76 II GVG).
 
2. Große Strafkammer als Schwurgericht: Katalogtat nach § 74 II GVG. (insb. Tötungsdelikte).
 
3. Staaatsschutzkammer/große Jugendkammer
 
III. OLG:
Strafsenat § 120 --> Staatsschutzsachen, Völkermord
 

B. Örtlich
- Tatort § 7 StPO
- Wohnsitz/Aufenthalt § 8
- Ergreifungsort § 9
- Zusammenhang § 13 i.V.m. § 3
--> Bei Auseinanderfallen kann StA auswählen (i.d. Praxis wohl § 7)

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